Wundersame Reise

26. Mai 2010

So wie die Morgensonne sich am Abend zur Ruhe legt, so wird auch jedes Leid und jede Freude vorübergehen. Die Krokodilstränen des im Schmerz Verhafteten finden Trost, nachdem sie sich selbst im Spiegel wieder wahrnehmen lernen. So weiß es das Gesetz der Zeit. Und auch der im Lachen Beflügelte findet wieder zurück aus dem Land der Schwerelosigkeit.

Auf dieser Berg- und Talfahrt begegnen einem Menschen, die eine Spur von zauberhafter Wärme hinterlassen. Längst vergessen bringen diese Menschen die Gabe des Heilens mit sich. Mit einer Liebe, die nur vom Geben und ohne jeden Fortpflanzungshintergedanken motiviert ist, schenken sie dir Hoffnung und Kraft. Der Schmerz ist nicht vergessen, doch die Zuneigung und der Glaube an dich ermutigen. Erneut ist man bereit, das Leid anzusehen, zu akzeptieren und sich emotional abzusondern. Die Begegnung mit engelsgleichen Pfeilern kennt keine richtungsweisenden Türen. Vielmehr ist sie der Beistand, der mit dir in den Startlöchern an der Kreuzung steht.

Wer möchte heute noch den Schmerz deines Leidens hören? Wäre es nicht lustiger und einfacher der Unterhaltung lachender Menschen beizuwohnen? Neben der Gabe des Heilens verfügen Zauberwesen, über die Fähigkeit des Zuhörens. So streichen sie Balsam auf unsere verkrusteten Wunden.

Viele freundliche Weggefährten habe ich schon auf meiner Reise kennen gelernt. Einige Seelenverwandte reichen mir immer noch ihre heilende Hand. So kam ich vergangenes Wochenende in den Genuss, in einer Wohnung zu hausen, obgleich die Bewohnerin selbst zu der Zeit nicht da war. Kurz die Hand eines Mitmenschen zu halten, eine herzliche Umarmung oder ein freundliches Wort….welch großer Liebesbeweis?! Im Tränenmeer sind Menschen im Gleichschritt mitgelaufen, ohne zu belächeln, nur um da zu sein, nur um des Gebens Willen. Trotz zahlreicher Kilometer Entfernung scheuen sie weder Kosten noch Mühe, mich aufzupäppeln, mir Licht zu zeigen und mich mit Aufrichtigkeit zu bereichern. Als ich den Adoptionsgedanken erwähnte, folgte eine Predigt, die dazu diente, mich zu begradigen, so dass das Spiegelbild wieder erkenntlich war. Weit entfernt wohnt eine Blume, die mit dem magischen Spruch am Ende des Gesprächs „I love you.“ jede Wunder zu verschließen vermag, denn sie weiß, dies ist nicht Bestandteil meines bisherigen Weges und gerade deswegen, wird sie der abermaligen Wiederholung nicht müde.

In Liebe für A, B, Chr, Chi und M.

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