Geburtstagswünsche 2010

12. Juni 2010

Ich möchte Sie nach Indien in den Bundesstaat Karnataka mitnehmen. Wir treffen in der Hauptstadt Bangalore ein junges Mädchen namens Priya. Unsere Hauptfigur stammt aus einer modernen indischen Familie, der es finanziell sehr gut geht und die nicht jede Rupie umdrehen muss.

Priyas einundzwanzigster Geburtstag rückte heran. Die Familie entschied sich, gemeinsam nach Dubai zu reisen und den Geburtstag dann dort zu feiern. Das Mädchen freute sich auf den Tag und vor allem auf den herzförmigen Geburtstagskuchen, den sie sich sehnlichst gewünscht hatte. Sie hatte diesen Kuchen auf Geburtstagsfeiern anderer Menschen gesehen und die Idee, selbst auch mal so einen zauberhaften Augenschmaus an ihrem eigenen Geburtstag zu erhalten, gefiel ihr sehr. Priya konnte es kaum erwarten.

Als nun der große Tag gekommen war, stellt sie enttäuscht fest, dass kein herzförmiger Geburtstagskuchen auf sie wartete. Verletzt und karg an Worten versuchte das Mädchen den Schmerz in ihrem Herz zu verbergen. Seit dem ersten Lebensjahr hatte man ihr eine rechtmäßige Geburtstagsfeier verwehrt, wohingegen die Geburtstage ihrer Schwester regelmäßig gefeiert wurden. Der Tropfen auf dem heißen Stein war die Nichterfüllung ihres 21sten Geburtstagswunsches. Die Schwester argumentierte, dass Sie den herzförmigen Kuchen nicht besorgt habe, weil zu viel davon als Rest übrig geblieben wäre.

So kehrte Priya wieder mit ihrer Familie nach Bangalore zurück. Nachdem man der Schwester auf außerfamiliären Wegen ins Gewissen geredet hatte, entschloss sich diese, eine Überraschungsparty für Priya zu organisieren. Das war wirklich eine tolle Überraschung für das Mädchen. Sie freute sich sehr, als sie realisierte, dass die Gäste ihretwegen gekommen waren. Die Terrasse war bunt geschmückt und Ballons schwebten durch die Luft. In der Mitte thronte ein herzförmiger Schokoladenkuchen mit Erdbeeren darauf. Das Geburtstagskind fühlte ihr Traum war wahr geworden.

Priya freut sich auf viele derartige Feste und Überraschungen, denn sie mag es sehr, wenn Menschen zusammen kommen, um miteinander zu feiern. Außerdem möchte sie sich bei ihrer Schwester bedanken, die diese Überraschungsparty organisiert, ihr damit viel Freude bereitet und den Tag zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht hat.

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Celi zählte die Tage bis zu dem besonderen Ereignis. In fünf Tagen war es endlich soweit. Die Nachricht, dass ein Priester an ihrem Geburtstag zu Gast im Hause sein werde, stimmte sie verdrießlich. Sie hatte sich doch einen ruhigen Geburtstag gewünscht.

Wie immer wollte die Familie zu dieser Gelegenheit gemeinsam in ein Restaurant gehen. Celi hatte bereits geäußert, dass sie zum Chinesen gehen wollte. Nichtsdestotrotz schlugen die Eltern andere Essensmöglichkeiten vor. „Wir könnten doch zum Italiener, der …. ist gehen.“ „Oder zum Griechen am …. Ich habe gehört, da ist es besonders gut.“ Verdutzt, als ob man ihre Aussage nicht gehört hätte, wunderte sich das Mädchen über die Vorschläge der Eltern. Sie erinnerte sich an den unerwünschten Gast und antwortete: „Wir müssen eigentlich nicht ausgehen. Wir haben doch sowieso kein Geld.“ „Nein, nein, nein“, widersprach der Vater „Sollen wir vielleicht zu dem deutschen Restaurant in … gehen?“. Celi verließ die Küche sprachlos.

Einen Tag vor der Ankunft des Bruders aus Hamburg und sechs Tagen vor Celis besonderem Tag, entschied sich die Mutter zum Backen eines Kuchens. Celi freute sich darauf, ihn zu verspeisen. Sie traute sich aber nicht, die Leckerei ohne die Erlaubnis der Mutter zu probieren. Später erfuhr das Mädchen von der Mutter, dass diese den Kuchen jetzt zum ersten Mal gemacht habe, um ihn auszutesten und um ihn dann für den Geburtstag zu machen.

Mutter: „Soll ich einen Erdbeerkuchen für dich machen?“

Celi: „Nein, danke.“

Mutter: „Welchen Kuchen soll ich dann machen?“

Celi: „Ich lasse es dich wissen, sobald ich mir Gedanken gemacht habe.“

Ein wenig später begleitete Celi ihrer Mutter beim Lebensmitteleinkauf. Auf der Fahrt fragte sie erwartungsvoll ihre Mutter: „Können wir die Schokoladentorte kaufen?“

Mutter: „Hähhh??? Welchen Kuchen?“

Celi: “Den Kuchen, den Jonas auch bei seinem Geburtstag hatte?“

Mutter: „Oh, ich dachte, ich könnte den Erdbeerkuchen mit dem Mandelboden machen?“

Celi versuchte ihr Verzweiflung runter zu schlucken und antwortete in einem langsamen und hoffentlich nicht zu ärgerlich klingenden Ton: „Ich möch-te kei-nen Erd-beer-kuch-en.“

Mutter: „Welchen Kuchen möchtest du dann?“

Celi: „Ich wollte die Schokoladentorte.“

Mutter: „Okay, dann kaufen wir die Schokoladentorte. Jonas wird bestimmt enttäuscht sein, dass er an dem Tag nicht da sein und den Kuchen mitessen kann.“

Erleichtert und ermüdet schickte Celi ein Dankgebet an den lieben Gott.

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Nicht jedem ergeht es so wie Priya und Celi. Viele erleben im Kreise ihrer Liebsten einen Traum von einem Geburtstagsfest. Das Haus wird geschmückt, Freunde werden eingeladen. Mit positivem Energieaustausch und freudestrahlendem Lachen schafft man eine Atmosphäre, die durch das Geben bedingt ist. Man schenkt einander Aufmerksamkeit, nur um des Gebenswillen, nur um dem anderen eine Freude zu bereiten. Das egozentrische Denken, das den Preis des besorgten Geburtstagsgeschenkes in Anwesenheit der Gäste verkündet und sich selbst in dem Mittelpunkt des Geschehens rücken möchte, findet hier keinen Platz.

Am zweiten Beispiel können wir erkennen, dass die vom Sender ausgesprochene Nachricht zunächst beim Empfänger kein Gehör findet. Auch Priyas Wunsch wird zuerst nicht erfüllt. Welche Gründe stehen dahinter? Ob die Empfänger vielleicht unter einer Beeinträchtigung ihres Hörorgans leiden? Welche anderen Gründe erläutern das resistente Verhalten?

So wie Menschen vom Geben motiviert sind, genauso gibt es auch diejenige, die handeln um des Nehmenswillen. Primär geht es dabei darum, dem Gegenüber die Energie zu entziehen. Man versucht dem Mitmenschen Kraft und Elan zu nehmen und das Teufelchen im Kopf herbei zu rufen, so dass die Enttäuschung hörbar werden kann. So gewinnt der „Nehmer“ wieder die Dominanz und schafft es, sich ins Zentrum des Lichts zu stellen. Geburtstagswünsche bleiben unerfüllt. Stattdessen berichtet man von Hindernissen und Erschwernisse bei der Besorgung dieser „ach so schwer zu erfüllenden“ Wünsche.

Ist es sinnvoller, Wünsche nicht mehr zu artikulieren, wenn der Energieentzug bereits zu einem Lebensbegleiter geworden ist? Eine vorbeugende Maßnahme gegen die Enttäuschung?

Priyas Geschichte zeigt, dass ihre anfängliche Enttäuschung eine wundersame Entwicklung genommen hat. Am Ende wurde sie von einer Überraschungsparty überrascht und freute sich sehr, über dieses Fest und den wunderschönen Geburtstagskuchen, den sie sich so sehnlichst gewünscht hatte.

Vielleicht variieren auch einfach die Vorstellungen von Liebe. Für den einen ist es ein Liebesbeweis, die Schwierigkeiten bei den Besorgungen für die Feierlichkeit aufzuzählen und den Preis des Geschenkes gegenüber dem Geburtstagskind zu verkünden. Dem anderen ist dieses Verhalten fremd. Er wartet weiter voller Hoffnung auf den Austausch von positiver Energie.

Hallo Bloggerfreunde,

manchmal habe ich Probleme beim Einloggen in WordPress und weiß nicht genau woran das liegt. Heute habe ich mir sogar mein Passwort zurücksetzen lassen. Ich lasse alle Cookies zu und dennoch ist mir das Einloggen manchmal verwehrt? Mache ich irgendetwas falsch?

Ich warte auf eure guten Tipps.

Wundersame Reise

26. Mai 2010

So wie die Morgensonne sich am Abend zur Ruhe legt, so wird auch jedes Leid und jede Freude vorübergehen. Die Krokodilstränen des im Schmerz Verhafteten finden Trost, nachdem sie sich selbst im Spiegel wieder wahrnehmen lernen. So weiß es das Gesetz der Zeit. Und auch der im Lachen Beflügelte findet wieder zurück aus dem Land der Schwerelosigkeit.

Auf dieser Berg- und Talfahrt begegnen einem Menschen, die eine Spur von zauberhafter Wärme hinterlassen. Längst vergessen bringen diese Menschen die Gabe des Heilens mit sich. Mit einer Liebe, die nur vom Geben und ohne jeden Fortpflanzungshintergedanken motiviert ist, schenken sie dir Hoffnung und Kraft. Der Schmerz ist nicht vergessen, doch die Zuneigung und der Glaube an dich ermutigen. Erneut ist man bereit, das Leid anzusehen, zu akzeptieren und sich emotional abzusondern. Die Begegnung mit engelsgleichen Pfeilern kennt keine richtungsweisenden Türen. Vielmehr ist sie der Beistand, der mit dir in den Startlöchern an der Kreuzung steht.

Wer möchte heute noch den Schmerz deines Leidens hören? Wäre es nicht lustiger und einfacher der Unterhaltung lachender Menschen beizuwohnen? Neben der Gabe des Heilens verfügen Zauberwesen, über die Fähigkeit des Zuhörens. So streichen sie Balsam auf unsere verkrusteten Wunden.

Viele freundliche Weggefährten habe ich schon auf meiner Reise kennen gelernt. Einige Seelenverwandte reichen mir immer noch ihre heilende Hand. So kam ich vergangenes Wochenende in den Genuss, in einer Wohnung zu hausen, obgleich die Bewohnerin selbst zu der Zeit nicht da war. Kurz die Hand eines Mitmenschen zu halten, eine herzliche Umarmung oder ein freundliches Wort….welch großer Liebesbeweis?! Im Tränenmeer sind Menschen im Gleichschritt mitgelaufen, ohne zu belächeln, nur um da zu sein, nur um des Gebens Willen. Trotz zahlreicher Kilometer Entfernung scheuen sie weder Kosten noch Mühe, mich aufzupäppeln, mir Licht zu zeigen und mich mit Aufrichtigkeit zu bereichern. Als ich den Adoptionsgedanken erwähnte, folgte eine Predigt, die dazu diente, mich zu begradigen, so dass das Spiegelbild wieder erkenntlich war. Weit entfernt wohnt eine Blume, die mit dem magischen Spruch am Ende des Gesprächs „I love you.“ jede Wunder zu verschließen vermag, denn sie weiß, dies ist nicht Bestandteil meines bisherigen Weges und gerade deswegen, wird sie der abermaligen Wiederholung nicht müde.

In Liebe für A, B, Chr, Chi und M.

Wärmeflasche, du Allerliebste mein,

wärmst mich jeden Abend gar so fein.

Eine Nacht ohne dich

ist wie ein Tag ohne Licht.

Dein roter Flies, so samtig weich,

einem Kuscheltier gleich.

Bettest du mich sicher und geborgen,

vertreibst meine Kältesorgen.

So voll Wärme und Zuversicht

flüchtet der Einsamkeitswicht.

Auf nimmer Wiedersehen soll er verschwinden.

Kann ich mich doch mit dir immer winden.

Rettest so manche Frostbeule

vor der deutschen Wintereule

Sterneschnuppen voller Dankbarkeit blitzen,

wenn wir gemeinsam ins Land der Träume flitzen.

Der Blick am Abend

Glaubt man der „Quelle“ W….IKNOWITALL dann geht die Verwendung von Behältern zum Wärmen auf das 8. Jh. zurück, wo sie erstmalig in der Liturgie auftauchen. Davor gab es schon heiß gemachte Steine oder Ziegel, die dann in ein Tuch eingeschlagen wurden.

Im 16. Jh. gab es zunächst Wärmebehälter aus Zink, im 18. Jh. auch aus Kupfer. Besonders beliebt waren die Messing – Bettpfannen, die zum Schutz vor Verbrennungen mit einem gehäkelten Überzug versehen wurden. Seit den 20er Jahren werden die Gummiflaschen benutzt.

Die vernachlässigte, ältere Frau ist auf der permanenten Jagd nach Aufmerksamkeit. Ihr primäres Ziel besteht darin, sich im Kreise der Familie oder unter Freunden in den Mittelpunkt des Gespräches zu drängen. Meist gelingt ihr dies durch dominante Gesprächsleitung. Die vernachlässigte Frau fordert die verbale Bestätigung in Kleidungsfragen, Lobaussagen über „vorbildhafte“ Christen und geschmacklichen Essensfragen. Der Gesprächspartner hat die Qual der Wahl, die Bestätigung in höflichem, immer der Aussagenden Recht gebenden Ton, hörbar zu artikulieren. Beim unter Frauen üblichen Übertrumpfungswettkampf ist das jugendliche Makel der Tochter, ihr gegensätzliches Verhalten, ihre Gesprächszurückhaltung, ihr Desinteresse an dem „richtigen“ christlichen RitualWAHNsinn ein besonderer Dorn im Auge. Das Streben, die Jüngere als minderwertig, schlecht und wertlos zu präsentieren, wird im Familien- und Freundeskreis mit Aufmerksamkeit erfolgreich belohnt. So schafft sie es, sich aus der selbst gezüchteten Misere nach vielen Ehejahren zu befreien und im Licht aufrecht zu stehen.

Quelle der Misere ist die nicht vorhandene Zuneigung des Mannes. Weswegen die Zuneigung des Mannes verwehrt ist, kann der Außenstehende allerdings nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass sie spürbar weiterhin nicht existiert.

Umso dankbarer ist man über zweierlei Dinge. Zum einen ist dies die religiöse Ritualbefolgung. Nachdem dem Mann die Anerkennung der Frau, nur über die Religion zugänglich ist, folgt er den Spuren dieser Pfade. Man sammelt gemeinsames Gesprächsmaterial, fällt einstimmig wertende Urteile und genießt zusammen die neue Freizeitbeschäftigung. Zum anderen geht daraus noch eine weitere Gemeinsamkeit hervor. Dankbar erkennt man den Dorn im Auge, das Hindernis allen Übels und ernennt dieses Familienmitglied zum widerwärtigen Parasit.

Nachdem ich gestern schon überlegt habe, welchen Beitrag ich meinen Lesern dieses Wochenende zukommen lassen werde, ergab sich heute spontan ein neuer Anlass.

Wieder einmal bin ich gezwungen die heiligen Schwestern in der Umgebung zu besuchen. Zwar hatte man mir Monate vorher versprochen, ich müsste nicht mehr gegen meinen Willen dort hin gehen, aber natürlich war dies (wie vieles andere auch) eine Lüge.

Nachdem vor Monaten stattfindenden Streitgespräch mit meinem Vater, bei dem ich als Quelle des nächsten Herzinfarktes bezeichnet, als schlechte Religionslehrerin verurteilt und mein Benehmen als beschämend angeschrieen wurde, hatte ich mir bereits vorgenommen beim nächsten Mal gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nicht jedoch ohne diese für mich Augen öffnende Situation mit ein paar Integrationsfragen an die Leser zu richten. Erwähnt werden muss, dass ich im Anschluss an dieses Streitgespräch von meinem drei Jahre jüngeren Bruder verbal rausgeschmissen wurde. Vorausgegangen war diesem Gespräch ein Telefonat mit meinem Vater, bei dem ich eingewilligt hatte, mit zu den Schwestern zu kommen. Allerdings hatte ich mir die Frechheit herausgenommen, nicht an der Messe teilnehmen zu wollen. Es ging also inhaltlich nicht darum, die Schwestern zu treffen, sondern primär darum, die Tochter als rechtmäßige gläubige Katholikin neben dem bereits gelungenen Sohnemann zu präsentieren.

Natürlich fehlt bis dato jegliche Entschuldigung für all diese Worte, die gegen mich gerichtet wurden. Sie ist ja auch unnötig, denn ich bin in der Reihenfolge der indischen Rangordnung nur das letzte Glied. Ehrlich gesagt ist die Reaktion meines Bruders in keiner Weise ungewöhnlich für ein männliches, indisches Familienmitglied. Der indische Mann hat die indische Frau gefügig zu machen, zu dominieren und seine Eltern als Gott ebenwürdig vor allem Übel zu beschützen. Im Zweifelsfall gilt es, sie auch vor nicht parierenden Familienmitgliedern zu bewahren.

Ungewöhnlich ist allerdings, dass es sich bei dem Bruder um jemanden handelt, der Zeit seines Lebens in Deutschland aufgewachsen ist. Er ist hier zu Schule gegangen und hier studiert er. Wie passiert es, dass jemand nur scheinbar in die nationale Gesellschaft integriert ist, aber sich für eine Lebensführung fernab von der Umgebung, in der er lebt, entscheidet? Leben wir aneinander vorbei? Kommunizieren wir zu wenig miteinander? Fangen wir unsere Mitmenschen in ihrer Einsamkeit zu wenig auf? Wie kann man Rückhalt geben und Integration verbessern?

Ein weiterer mich beschäftigender Gedanke ist, wie kann man dem heranwachsenden Mann die Verlockung nach Dominanz über die Frau, allgegenwärtiger Richtigkeit und Aufmerksamkeit madig machen? Denn die Verlockung des Patriarchats ist nicht nur für den indischen Heranwachsenden präsent, sondern auch so mancher Europäer fühlt sich diesem kulturellen „Vorteil“ nicht abgeneigt.

Die Weggabelung

1. Mai 2010

Seit einigen Wochen denke ich über die Worte einer lieben Freundin nach. Bei einem Telefonat diskutierten wir darüber, wie man eine Freundschaft aufrecht erhält. Grundsätzlich sind wir uns über die Notwendigkeit des aktiven Handelns einig. Umso mehr verwirrten mich die Worte: „Eigentlich ruft man doch eher nur an, wenn es einem nicht gut geht.“ Bedeutete dies, dass man die selbständige Kontaktaufnahme nur in Notsituationen sucht? Vergisst man den Freund in Zeiten der Unbeschwertheit? Wende ich mich selbst an meine Freunde nur in misslichen Lagen? Sprachlosigkeit folgte einer gewissen Verdutztheit. Ein wahrer Freund sei doch derjenige, den man von heut auf morgen, um Hilfe bitten und auf den man sich jederzeit verlassen könne. Dieser Gedanke ist durchaus einleuchtend und dennoch dachte ich in den vergangenen Wochen noch mehrere Male über dieses Gespräch nach…

 …bis sich eine neue Tür öffnete: Wahrscheinlich wurden nur die Worte etwas missverständlich gewählt. Vielleicht stand ein ganz anderer Gedanke hinter dieser Aussage. So könnte es als ein großes Kompliment verstanden werden, wenn man sich in Zeiten des Schmerzes voll Vertrauen an seine Freundin wendet. Dürfen wir uns nicht geehrt fühlen, wenn der Besagte, sein Leid mit uns teilen möchte?

Wir stehen an einer Weggabelung mit zwei Gedankengängen.

1. Gedanke: In schwierigen Momenten kann ich immer auf meine Freundin zählen.

2. Gedanke: Ausschließlich in der Not suche ich den Kontakt zu meiner Freundin.

Die schönsten Füße der Welt

Kakao und Milch: Zwei Freunde fürs Leben

Der Betrachte entscheidet, welchem Gedankengang er folgen möchte. Einige bewerten es möglicherweise als herabwürdigend, wenn man die Nähe des Freundes lediglich in ausweglosen Situationen sucht. Andere hingegen fühlen sich abgewiesen, wenn ihr Rat oder ihre Hilfe in der depressiven Phase nicht beansprucht wird. Wie nun sollen wir uns entscheiden? Gilt es die Unterstützung des Freundes in der Not zu suchen oder sollen wir in der schweren Stille alleine ausharren? Schließlich möchte man niemandem zur Last fallen.

 Essentiell ist an der Schilderung der Problematik die unterschiedliche sprachliche Ausdrucksweise, die zeigt, dass es sowohl eine positive als auch eine negative Darstellungsmöglichkeit gibt. Der Zuhörer entscheidet, welchen Weg er einschlagen möchte. Sprache verkörpert das Motiv der Aussage, aber am Ende obliegt es dem Empfänger, wie er die codierte Nachricht entschlüsselt.

So genießen wir die Wahlfreiheit der Entscheidung. Wir können uns dafür entscheiden, es zu akzeptieren oder es nicht zu akzeptieren. Entscheiden wir uns für die Akzeptanz der positiven, wohlwollenden Betrachtungsweise, dann legen wir Steine für den Transformationsweg. Durch diese bewusste Entscheidung nehmen wir aktiv an der Verwandlung des Lebens teil. Entscheiden Sie, ob das Ziel der Lebensreise nicht einzig und allein in der Verwandlung von Leben liegt.

Nach anfänglichem Schmunzeln habe ich mich dafür entschieden, es als Ehre zu empfinden, dass die Hilfesuchende sich in der Bedrängnis an mich wendet und die Wertschätzung erkannt.

Positives Denken

28. April 2010

Um glücklich zu werden, müssen wir einander Wertschätzung entgegenbringen. Wohlwollen ist ein fundamentaler Wert, der alle anderen übersteigt. (XIV. Dalai Lama)

Hübsch und reizend

24. April 2010

Die Entwicklung zu einem schönen und immer bereiten Sexobjekt ist erschreckend. Sie ist nicht nur speziell für uns Frauen erschreckend, sondern hat auch eine negative Auswirkung auf unsere Gesellschaft.

In den westlichen Ländern hat diese Entwicklung schon dazu geführt, junge Mädchen immer mehr unter Druck zu setzen. Viele Mädchen leiden an Bulimie oder anderen Essstörungen, um dem Schönheitsideal zu genügen, das von den Medien vermarktet und von der Gesellschaft unterstützt wird. Aber nicht nur die jungen Mädchen, sondern auch erwachsene Frauen, um die 30 und „älter“, sind von diesem nicht enden wollenden Wettkampf betroffen. Einige von ihnen lassen beispielsweise eine Tagesmahlzeit aus oder gehen einer anormalen sportlichen Aktivität nach. Dieser Übertrumpfungswettkampf und SchönheitsWAHNsinn muss aufhören.

Nicht nur in Asien, sondern auch hier in Europa ist dies, bis zu einem gewissen Ausmaß, die unverblümte Realität. Die Werbung im Fernsehen wird immer trivialer. Reizüberflutung führt zur Abstumpfung sinnlicher Wahrnehmung.

In vielen indischen Familien, so modern sie auch sein mögen, ist es selbstverständlich, dass die Augen der Tochter bereits im Alter von 4 Jahren oder auch früher mit Kajal verziert werden. So wird das Mädchen schon früh dazu erzogen, die Aufmerksamkeit männlicher Familienmitglieder auf sich zu ziehen. Es wird süß geschmückt und darf bei Festen Schminke und Schmuck tragen. Hübsch zurecht gemacht wird sie ermutigt, eine unterhaltende Rolle einzunehmen. Ich erinnere mich an mehrere Situationen, bei denen ich beschmückt gekleidet, vor der Verwandtschaft vorsingen sollte und ich hasste es. Ich hasste es, auf dem Präsentierteller zu liegen und habe bis heute die Angst, alleine vorzusingen, nicht verloren. Wenn ich in diesem Leben Mutter werden sollte, werde ich meine eigene Tochter auch präsentierbar dressieren?

Die dahinter stehende Idee ist, dass die hauptsächliche Aufgabe des Mädchens darin liegt, einen Mann zum Zweck der Heirat anzuziehen. Umso schöner sie dabei aussieht, umso leichter ist es einen reichen und ansehnlichen Mann zu gewinnen.

Bis heute ist die Denkweise vieler indischer Mütter, nur wenn meine Tochter hübsch ist, wird sie in der Lage sein, einen guten Partner zu bekommen. Vielen Diskussionen konnte ich entnehmen, wie das Aussehen anderer Mädchen beurteilt und zum Teil auch im Beisein der Anwesenden negativ ausgesprochen wird. „Sie ist zu dick“ oder „Für ein dunkleres Mädchen ist sie eigentlich ganz hübsch….habe ich mich geirrt: Dunkele Mädchen können doch AUCH HÜBSCH sein.“. Derartige Kommentare sind Hörbeispiele meines Alltags. Dabei lässt meine eigene Familie natürlich auch kaum eine Gelegenheit aus, mein eigenes Aussehen zu beurteilen. “Deine Haarfrisur sieht scheiße aus” oder “Also das willst du anziehen? Das finde ich bescheuert.” Ohne jegliche Übertreibung kann ich behaupten, dass dabei wirklich Wörter wie „Scheiße“ und „bescheuert“ verwendet wurden. Inwieweit eine solche Kommentierung das Selbstbewusstsein einer jungen Frau in Betracht der medialen Schönheitsflut zusätzlich verstärkt, bleibt dahin gestellt.

In Europa beginnen die Mädchen recht früh damit, mit Jungen auszugehen. Die attraktiveren Mädchen beginnen früher mit den ersten Dates. Die übrig gebliebenen Mauerblümchen haben keine Dates, wodurch die Angst der Mutter verstärkt wird, ihre Tochter sei wertlos, weil sie noch nicht mal einen Mann anziehen kann! Dies führt zu einer Traumatisierung der „nicht so hübschen“ Mädchen, denn in der Disco bleiben sie am Rand alleine zurück. Noch nicht einmal die hässlichen Jungen interessieren sich für sie.

In Indien habe ich eine Freundin, die ich als schlank bezeichnen würde. Da sie früher Basketball gespielt hat, muss sie zu der Zeit noch dünner gewesen sein. Zwei „Männer“ haben ihr wörtlich und ohne jegliches Versteckspiel, ins Gesicht gesagt „Du bist fetter geworden“. Einer der besagten Männer war auch noch ihr eigener Freund. Die freundlichere Variante davon ist „Du hast schon ein bisschen zugenommen“.

Wer sind diese Menschen, die sich so derb ein Urteil über das Aussehen anderer Mitmenschen erlauben? Sind sie selbst so attraktiv, dass sie sich herausnehmen, über den menschlichen Körper richten zu dürfen? Nein, sind sie nicht, da sie selbst meist einen Rettungsring um sich tragen. Wo sind Menschlichkeit und soziale Intelligenz geblieben?

Die Zeit verstreicht und das Leben entfaltet was das Schicksal für den Reichen, den Armen, den Schönen und den Hässlichen vorgesehen hat. Der Schöne kann in der Gosse landen und der Hässliche, bedenkt man welch harten Preis er für sein minderwertiges Aussehen ertragen musste, trotzdem ein wunderschönes Leben genießen.

Ich möchte auf das Bild der Frau als Sexobjekt aufmerksam machen. Die Welt ist vorangeschritten. Offen bleibt aber, ob das Denken der Menschen sich im Hinblick auf die Rolle der Frau als „HÜBSCH und REIZEND“ verändert hat.

Ich habe nicht das Recht, meine eigene Meinung darzustellen. Stattdessen soll ich mich mit allen Gegebenheiten einverstanden erklären. Ich habe nicht zu widersprechen, sondern mich zu unterwerfen. So nehme ich in der Autoritätenrangordnung nach Vater – Bruder – Mutter den letzten Platz ein. Alleseits bereit kann ich für die häuslichen Aufgaben herangezogen werden. Den Staubsauger gilt es hochzutragen. Habe ich doch Rückenschmerzen, kommt die Frage, ob jemand anderes dies tun kann, einem Widerspruch gleich. Erledige ich freiwillig häusliche Aufgaben oder helfe, bleibt der Austausch von positiver Energie oder Dank verborgen. Ich habe meine Hemden separat alleine zu bügeln, wohingegen die Wäsche der anderen Familienmitglieder natürlich zusammen gebügelt wird.

Vor allem die religiöse Gesinnung habe ich nie zu hinterfragen, stets ist sie die Messlatte allen richtigen Handelns. Eine andere Sichtweise wird als falsch, frech und dreist aberkannt. In der Luft liegt der Geist von Unterdrückung.

Natürlich ist dies Ausdruck der familiären Liebe ohne Konditionen, nach der ich das Leben nach den Vorstellungen meiner Eltern zu führen habe. Es nennt sich Knechtschaft der Frau, hier auch Tochter indischer Eltern.

Es kommt die Zeit, in der man sich von seinen Eltern trennt und beginnt das Leben zu leben, das man zu leben wünscht. Es kommt die Zeit der Befreiung. Bis dahin, lieber Gott, gib mir die Kraft, in der Unterwerfung nicht den Glauben an das Gute zu verlieren!

Eure Nayana Veritas